Farbverbindlich  arbeiten

Farbmanagement Voraussetzungen

Um trotz der Fehlerquelle “Mensch” relativ verbindlich Farbe bestimmen zu können, arbeiten wir unter möglichst gleichen Raum- und Arbeitsbedingungen mit Farbmanagement. Das raten wir Ihnen auch.
Wir sind mit unseren Augen permanent in der Lage auf die Veränderungen des Umgebungslichtes zu reagieren und Veränderungen mit Hilfe unseres Farbempfindens zu kompensieren (Adaption), Monitore sind das nicht. Um eine Konstanz im Arbeiten mit Farben zu erreichen, ist es notwendig, die Umgebung und deren Beleuchtung gleich bleibend in Farbe und Intensität zu halten.

Arbeitsumfeld

Schwankungen des durch Fenster eintretenden Tageslichtes (Sonne oder bedeckter Himmel), der unkontrollierte Einfall anderer Lichtquellen stellt eine Fehlerquelle dar und lässt sich zum Beispiel durch Vorhänge oder Rollläden vermeiden. Im Idealfall haben alle größeren Flächen des Arbeitsumfeldes eine farbneutrale Gestaltung. Auch Ihre Bekleidung ist entscheidend. Tragen Sie z.B. eine intensiv farbige oder sehr helle Oberbekleidung, wird trotz Entspiegelung der Monitorsichtfläche eine Reflektion des Farbtons unvermeidlich sein. Die wahrnehmbare Farbwiedergabe des Monitors wird dadurch beeinflusst. Beleuchtungen oder Fenster, die auf der Monitorsichtfläche reflektieren, mindern oftmals den sichtbaren Kontrast. Das alles bedeutet nicht, dass Sie zurück in die Dunkelkammer sollen. Vielmehr ist eine ausgewogene, gedämpfte Beleuchtung sinnvoll.

Nicht nur Kaffee hilft gegen Müdigkeit: Sitzen Sie richtig? Gut so, stehen Sie aber auch von Zeit zu Zeit auf und gehen ein paar Schritte. Lösen Sie den starren Blick vom Monitor und lassen den Blick aus dem Fenster in die Ferne schweifen. Ihre Augen werden Ihnen danken ... So wird die Freude am Arbeiten mit Licht und Farben nie vergehen.

Arbeitsplatzbeleuchtung

Für die Ausleuchtung und Bildbeurteilung an professionellen Bildbearbeitungsplätzen werden Normlichtquellen mit einer Farbtemperatur von 5000°Kelvin genutzt (gemessen meist 5400°Kelvin). Diese müssen blendfrei und konstant sein. Es bieten sich Normlichtlampen der Firma Osram oder Just als Daylight-Variante in verschieden Baulängen an (Osram 12-950 mit 15, 18 oder 36 Watt). Es wird ein mindestens jährliches Ersetzen der Leuchtstofflampen empfohlen. Zur Kontrolle der Beleuchtung gibt es z.B. Farbtafeln, welche die Abweichung von 5000/5400° Kelvin zeigen (z.B. von Kodak). Unsere ICC-Profile sind auf diese Farbtemperatur optimal angepasst und getestet. Nicht nur die Farbtemperatur sondern auch die Menge des Lichts ist maßgebend für die Beurteilung. Ihr Betrachtungslicht sollte genügend Licht aussenden. Genormt ist die Menge des einfallenden Lichtes auf den zu betrachtenden Gegenstand - in unserem Falle - das Foto.

Monitor

Der wichtigste und grundlegende Teil beim Arbeiten mit Farbmanagement ist das Kalibrieren und Profilieren des Monitors. Das Kalibrieren muss grundsätzlich vor dem Erstellen eines Profiles erfolgen. Zum professionellen Arbeiten gehört ein mit Messgeräten erstelltes ICC-Monitorprofil. Auf die Beschreibung von visuellen Methoden verzichten wir hier bewusst. Visuelle Einstellungen bedeuten nur eine Näherung mittels subjektiver Wahrnehmung. Messgeräte und Software sind im Handel erhältlich.

Wichtig! Nach Erstellen und Einbinden des ICC-Monitorprofils in das Betriebssystem darf keine Veränderung der Einstellungen an der Monitorhardware (Kontrast, Farbe, Helligkeit), an der Grafikkarte oder durch ein die Farbeinstellungen beeinflussendes Programm (wie Adobe-Gamma oder Kalibrierungsassistenten) erfolgen. Eine Veränderung würde das erstellte Monitorprofil unbrauchbar machen. Ein Monitorprofil beschreibt die Bandbreite des Monitors in Bezug auf die Farbdarstellung zum Zeitpunkt der Messung und steht dem Betriebssystem bzw. den Anwendungsprogrammen zur Verfügung. Sollte doch einmal etwas verstellt worden sein, hilft nur eine neue Messung.

Wichtige Hinweise: Die Grafikkarte muss auf die höchstmögliche Farbwiedergabe (16,7 Mill.Farben bzw. Truecolor) eingestellt sein. Der Monitor sollte mindestens 97% oder mehr des Adobe-Farbraumes abdecken und eine Ansteuerung von mindestens 10bit je RGB Kanal haben.

Ein Monitor, der mit zu geringem Kontrast arbeitet, ist nicht in der Lage, klare und leuchtende Farben darzustellen. Wir regeln den Kontrast auf Maximum, um die Darstellungsmöglichkeiten unseres Monitors nicht schon von vornherein einzuschränken. Erst wenn die minimalsten und die maximalsten Werte (Kontrast, Helligkeit und Farbe) ausgereizt werden, sind der Monitor und das Betriebssystem in der Lage mittels ICC-Monitorprofil farbrichtig darzustellen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit eine Bilddatei auf verschiedenen Monitoren nahezu 95% gleich darzustellen. Wir empfehlen Ihnen, das ICC-Monitorprofil (LCD-TFT Flachbildschirme) mindestens 1/4-jährlich neu zu erstellen, öfter schadet nicht.

Wir kalibrieren unsere Monitore mit einem Gamma von 2,2 b.z.w. L-Kurve (je nach Möglichkeit des Monitors) und einer Farbtemparatur von 5400°K. Die Leuchtdichte wird auf die der Normlichtleuchten zur Bildbetrachtung angepasst. Unsere Moitor werden Hardwarekalibriert.

Desktophintergrund

Als Monitorhintergrund sollte einen farbneutraler Desktophintergrund (z.B. ein mittleres Grau) verwendet werden.

Profilierte Bildbearbeitung mit Photoshop

Legen Sie in den Farbeinstellungen von Photoshop Ihre Farbmanagement Richtlinien fest. Wählen Sie einen angemessen grossen Arbeitsfarbraum. Eingestellt sollte sein: "Eingebettete Profile beibehalten", damit geben Sie vor, dass die Farben der Bilddatei durch das in ihr eingebettete ICC-Profil korrekt am profilierten Monitor mittels Photoshop dargestellt werden.

KURZ: Das heißt, Photoshop zeigt auf jedem Monitor, ob am Mac oder PC unsere Bilddatei in den exakt gleichen Farben an, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • in Photoshop ein ausreichend großer Arbeitsfarbraum gewählt ist,
  • der Monitor kalibriert und profiliert ist, der Farbraum des in der Datei enthaltenen ICC-Profils voll abgedeckt wird.
  • die Bilddatei über ein eingelagertes ICC-Profil verfügt.